Wer wir sind: Unsere Einrichtung & Vision

Gesundheitsdefinition der WHO 1948:

„Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung."

AmberMed bedeutet ambulant- medizinische Versorgung, soziale Beratung und Medikamentenhilfe für Menschen ohne Versicherungsschutz.

Hilfe ohne Krankenschein
Immer wieder fallen Menschen durch die Maschen des Sozialnetzes und sind ohne Versicherungsschutz: Asylwerber**innen, Migrant*innen und auch österreichische Staatsbürger*innen. Über 100.000 Frauen, Männer und Kinder in Österreich sind laut "Armutskonferenz" nicht krankenversichert. Viele unserer Patient*innen kommen aus fremden Kulturkreisen, sprechen die deutsche Sprache schlecht und haben ein anderes Verhältnis zu ihrem eigenen Körper bzw. zu Krankheit, Heilungsprozess und Gesundheit. Aufgrund ihres rechtlichen Status haben sie keinen Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung und leben unter prekären Verhältnissen. Für die Krankenbehandlung und/oder Medikamente (oder Heilbehelfe) können sie die finanziellen Mittel nicht aufbringen.

Ein ehrenamtliches Team aus Ärzt*innen, Therapeut*innen, Dolmetscher*innen und Assistent*innen stellt unversicherten Menschen, die sich dauerhaft in Österreich aufhalten, medizinische Versorgung kostenfrei zur Verfügung.
 Weiters erhält AmberMed Unterstützung durch zahlreiche externe Kooperationspartner*innen, die Ihre Leistungen für Patient*innen von AmberMed ebenfalls kostenfrei zur Verfügung stellen.  

Zielsetzung unserer täglichen Arbeit ist die Wiederherstellung, Stabilisierung und Förderung körperlicher, psychischer und sozialer Gesundheit. Dies geschieht konkret durch Förderung

  • des Vertrauens zu der in Österreich angebotenen Gesundheitsversorgung,
  • der Eigenkompetenz des/der PatientIn in Gesundheitsfragen,
  • der Früherkennung von infektiösen (epidemischen) Erkrankungen,
  • der Vorbeugung von Manifestation und Folgeschäden von chronischen Erkrankungen,
  • der Aufklärung über bereits vorhandene Krankheitsbilder (z.B. Diabetes, etc.),
  • von gesundheitsfördernden Interventionen (z.B. Hygiene, Ernährung, Bewegung, etc.),
  • des Zugangs zu öffentlichen Angeboten und Ressourcen des Gesundheits(förderungs)systems in Österreich

AmberMed arbeitet aktiv und gemeinsam mit den Patient*innen an dem Ziel der Integration in ein österreichisches oder ausländisches Gesundheitssystem.

AmberMed vernetzt sich auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene und verfolgt das politische Ziel, gesundheitliche Chancenungleichheit zu reduzieren.

AmberMed möchte einen aktiven Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten und sieht den Anspruch auf medizinische Versorgung als Grundrecht an.

AmberMed bietet Fachwissen in Bezug auf interkulturelle Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung interessiertem Fachpublikum in Form von Vorträgen, Workshops, Beratung, etc. an.

AmberMed will den bestmöglichen Gesundheitszustand für Menschen, die in kein Gesundheitssystem integriert sind und in Österreich aufhältig sind, unbürokratisch und in allem Respekt vor der menschlichen Würde erreichen!

AmberMed will Menschen ohne Krankenversicherung unterstützen, unter Berücksichtigung der schwierigen Lebensumstände, gesundheitsfördernde Lebensweisen zu entwickeln. Von Politik und Gesellschaft sollen Maßnahmen zur Schaffung gesundheitlicher Chancengleichheit und gesundheitsfördernder Lebensbedingungen konsequent eingefordert werden. 

Als Einrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienst setzt sich AmberMed im Arbeitsfeld der Armutsbekämpfung aktiv für ein Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung ein.

Unsere Patient*innen vertrauen uns aufgrund unserer Kompetenzen und unserer vorurteilsfreien Wertschätzung. Das Wahren der Patient*innenrechte auf volle Information und Verschwiegenheit ist uns ein besonderes Anliegen. Gerade weil AmberMed österreichweit eine der wenigen Einrichtungen ist, die Menschen ohne Krankenversicherung ambulant medizinisch versorgen, und somit das Recht auf freie Arztwahl für diese Zielgruppe eingeschränkt wird, achten wir auf einen respektvollen Umgang mit den Patient*innen. Wir handeln parteilich im Interesse unserer Patient*innen!

Unsere Kooperationspartner*innen vertrauen uns aufgrund unserer Kompetenz, Verlässlichkeit und Offenheit.

Unsere Unterstützer*innen, Spender*innen und Sponsor*innen vertrauen uns aufgrund unserer wertschätzenden Fachkompetenz und unserem ressourcenschonenden Umgang mit den von ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln.

Unsere Mitarbeiter*innen vertrauen uns aufgrund unserer partnerschaftlichen Führung und unserem Vertrauen in ihre Kompetenz und Eigenverantwortung.

Wir begegnen allen Menschen mit Respekt und Wertschätzung!

Unsere Vision ist es, durch aktive Arbeit im Rahmen der Armutsbekämpfung als Expert*innen für folgende Bereiche anerkannt zu werden:

  • Gesundheit/Krankheit und Gesundheitsvorsorge für sozial schwache Menschen
  • interkulturelle Kompetenz in medizinischer Versorgung
  • Arbeit mit professionellen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen

Die Grundlagen unserer Vision sind dynamisches Handeln und Engagement. Unsere Aktionen zu ihrer Verwirklichung werden durch den größtmöglichen Respekt vor dem Menschen, der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt ausgezeichnet.

AmberMed orientiert sich in seiner Arbeit am Leitbild der Diakonie Österreich und nach den Grundstätzen des Diakonie Flüchtlingsdienstes.

Am 12.01.2004 wurde das Projekt Amber durch den Diakonie Flüchtlingsdienst ins Leben gerufen. Zunächst war die medizinische Versorgung der zahlreichen Obdachlosen und nicht-krankenversicherten Asylsuchenden das Ziel der Einrichtung. Im Laufe der Zeit wendeten sich immer mehr Migrant*innen, aber auch unversicherte Österreicher*innen, an Amber um medizinische Unterstützung zu erhalten. Seit August 2006 wird Amber in Form einer Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz und dem Diakonie Flüchtlingsdienst unter dem Namen AmberMed geführt.
Um den laufenden Betrieb sicherzustellen ist AmberMed auf externe finanzielle Unterstützung angewiesen. Ein Teil wird durch öffentliche Gelder der Wiener Gebietskrankenkasse, dem Fonds Soziales Wien und dem Bundesministerium für Gesundheit finanziert. Das Projekt MEDUNA wird kofinanziert vom Fonds Gesundes Österreich. Der größere Teil des Finanzbedarfs muss durch private Spenden abgedeckt werden. Zahlreiche private Spender*innen, Firmenspenden und Sponsor*innen sichern das Bestehen von AmberMed.

Das AmberMed - Team bedankt sich dafür herzlich im Namen unserer Patient*innen!