Aktuell: Wir sind laufend auf der Suche nach ehrenamtlichen Ärtzinnen und Ärzten zur Verstärkung des AmberMed Teams!

Wir freuen uns auch über Bewerbungen zur Ableistung des Zivildienst und Freiwilligen Sozialen Jahrs!

FM4 sammelt Spenden für Amber Med

"Damit die Patienten zufrieden hinausgehen"
FM4 sammelt Spenden für AmberMed, einer Ordination, die Menschen ohne Krankenversicherung kostenlos medizinisch versorgt. 

100.000 Menschen in Österreich haben keine Krankenversicherung. Die meisten von ihnen sind arm und haben schlicht kein Geld, um Arztbesuch, Krankenhausaufenthalt oder Medikamente zu bezahlen. Ihnen droht, dass sie im Krankheitsfall noch tiefer in die Armut rutschen. Obwohl es in Österreich einen weit ausgedehnten Versicherungsschutz gibt, sind zwei Prozent der Bevölkerung davon nicht erfasst. Das sind mehr Menschen, als in der Landeshauptstadt Klagenfurt leben. Betroffen sind Flüchtlinge ohne Grundversorgung vom Staat, MigrantInnen, die sich legal, aber ohne Arbeitsgenehmigung hier aufhalten, Menschen ohne Papiere und immer mehr ÖsterreicherInnen - Menschen mit prekären Jobs, in schweren psychischen Krisen, Arbeitssuchende ohne Versicherungsschutz, Studierende, Geschiedene, die vorher bei PartnerInnen mitversichert waren. Die Liste betroffener Gruppen wird immer länger.

Einzelschicksale?

Im Zuge der Spendenaufrufe für AmberMed im Rahmen der Licht ins Dunkel-Aktion von FM4 wurden oft zwei Fragen gestellt: Warum gibt es 100 000 Menschen ohne Krankenversicherung? Und warum macht der Staat die medizinische Versorgung von Spenden abhängig? Die Antworten der staatlichen Stellen darauf sind wortreich, aber trotzdem auf einen Nenner zu bringen: „Es sind Einzelschicksale“.

Im Hauptverband der österreichischen Krankenversicherungsträger lautet die Antwort folgendermaßen: „Wir gehen davon aus, dass Österreich ein umfassendes staatliches Versicherungssystem hat, in dem alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, Versicherungsschutz in der Krankenversicherung genießen, von Einzelfällen abgesehen“, sagt Josef Probst, der stellvertretender Generaldirektor. 
Trotzdem ist es Herrn Probst und seinen Mitarbeitern ein Anliegen gewesen, im vergangenen Jahr zu Weihnachten selbst Spenden für AmberMed zu sammeln.
Auch vom Fonds Soziales Wien wird AmberMed unterstützt, mit 15 000 Euro. Doch auch hier lautet die offizielle Antwort von Geschäftsführer Peter Hacker: es sei Faktum, dass es eine gesetzliche Situation gäbe, wonach gar niemand nicht versichert sein sollte. „Und es wird wahrscheinlich immer Einzelfälle oder mehrere Fälle auch geben“, sagt Hacker.
Alleine bei AmberMed sind aber jedes Jahr mehr als 800 Menschen in Behandlung. Das ist ein voll besetzter U-Bahnzug in Wien. Und es gibt noch andere Stellen, wie die Barmherzigen Brüder, den Caritas Louisebus und andere Einrichtungen, die Hilfe anbieten. Dort spricht niemand von Einzelfällen.

Die Lücken im System?

Dass das System lückenhaft ist, wird zumindest im Gesundheitsministerium erkannt. Aber auch hier tut man sich mit dieser Frage schwer. Ein Erklärungsversuch von Ulrike Windischhofer: „Es kann natürlich sein, dass Personen nicht krankenversichert sind, weil wir in Österreich keinen generellen Krankenversicherungsschutz für die Bevölkerung flächendeckend anbieten. In der Regel ist das abhängig von einem Beschäftigungsverhältnis“.

Bleibt nun die zweite Frage: Wieviel Geld wäre notwendig, damit AmberMed den laufenden Betrieb nicht mehr von Spendengeldern abhängig machen müsste? Die Antwort: etwa 200 000 Euro. Schon jetzt fördern Gebietskrankenkassa, Gesundheitsministerium und Fonds Soziales Wien mit insgesamt 75 000 Euro. Der Rest muss mittels Spenden aufgetrieben werden – für Menschen, die es eigentlich nicht gibt in unserem System.

FM4 sammelte in der Vorweihnachtszeit 2011 im Rahmen von Licht ins Dunkel Spenden für AmberMed. Wir freuen uns bald die sehr erfreuliche Spendensumme bekanntgeben zu dürfen!