Presse

NGOs fordern vollen Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber

Spätestens nach sechs Monaten Aufenthalt soll der Arbeitsmarkt geöffnet werden

Wien - Asyl- und Menschenrechtsorganisationen haben eine Reform der Grundversorgung für Asylwerber und den vollen Zugang zum Arbeitsmarkt nach spätestens sechs Monaten gefordert. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch pochten die Asylkoordination Österreich, Diakonie, Integrationshaus und Volkshilfe außerdem auf erhöhte Unterstützungsleistungen und geschützte Einreiseverfahren für Flüchtlinge. "Unsere Forderungen decken sich mit denen der Flüchtlinge in der Votivkirche", betonte Anny Knapp, Sprecherin der Asylkoordination Österreich.

Von der Diakonie und Bergrettung bis zur Wiener Tafel

"Hilfe unter Protest" - so beschreibt Christoph Riedl, Geschäftsführer des Diakonie Flüchtlingsdienstes, seinen Zugang zur Integrationsarbeit. Riedl geht es nicht ums "Helfen an sich", vielmehr sollen asyl- und migrationspolitische Defizite aufgezeigt und abgefedert werden. Rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich in der Betreuung, Unterbringung sowie der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung von asylsuchenden Flüchtlingen - und Österreichern.
 

"Man kann die Kranken nicht einfach wegschicken"

In einer kleinen Ordination im Süden Wiens können sich Menschen ohne Krankenversicherung behandeln lassen
 

Die Fabrikhallen sind grau, die angrenzende Südosttagente laut. Unweit der Busstation lockt ein großer Baumarkt mit Fünf-Jahres-Garantien auf elektrische Geräte und wirkt dennoch verlassen. Kaum jemand ist zu Fuß unterwegs, und wenn, dann ist der Blick zum Boden geneigt. Inzersdorf heißt dieser Stadtteil im Süden Wiens. Er besticht nicht gerade durch seine optischen Reize. Dennoch kommen Menschen aus aller Welt hierher. Aber nicht als Touristen oder Geschäftsleute. Sie sind krank, haben keine Krankenversicherung und suchen Hilfe. 

Rasierer, Ziegen und Häuser

Sachspenden mittlerweile auch per Mausklick
 

Nicht nur Bares ist willkommen. Sachspenden stehen vor allem bei Organisationen, die sich um Unterbringung von Menschen kümmern, auf der Wunschliste ganz oben. Die "Gruft", die bekannteste Obdachlosenbetreuung der Caritas im Keller der Barnabitenkirche in Wien-Mariahilf, bittet nicht nur um Kleidung, Schlafsäcke und Nahrungsmittel. Derzeit werden auch dringend Einwegrasierer gebraucht. Und: Medizinische Artikel wie Pflaster, Wund- und Heilsalben.

Patienten ohne Geld und E-Card

Die gemeinnützige Organisation AmberMed in Wien bietet unversicherten Patienten kostenfreie und anonyme Behandlung

Wien - Ein 34-jähriger Georgier mit schwarzer Lederjacke sitzt zusammengesunken auf einem Stuhl. "Sind Sie das erste Mal hier?" , fragt die freundlich lächelnde Ordinationsgehilfin auf Russisch. Er nickt. "Ich brauche einen Psychiater", bittet er. Doch diese Woche ist kein Termin mehr frei. "Ich werde Sie anrufen, sobald es geht", verspricht die Helferin.

Gelebte Verantwortung für die Gesellschaft

Bank Austria: Servicequalitätsoffensive und soziales Engagement

Als führender Partner der Salzburger Wirtschaft und kundenorientiertester Dienstleister 2011 des Landes setzt die Bank Austria in Salzburg auch starke Akzente im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung.

Sozialprojekte: Medizin für Menschen ohne Versicherung

Migranten, Flüchtlinge, Asylwerber und auch Österreicher, die durch das soziale Netz gefallen sind, finden bei Amber-Med oder den Barmherzigen Brüdern Hilfe und Beratung – anonym und kostenlos.

Bartek Musiol ist erleichtert. Der Anmeldebogen, den er ausfüllen muss, ist in Polnisch gehalten. Der gebürtige Pole ist einer der Patienten, die im Wartezimmer von Amber auf ihre Untersuchung warten.

Krank ohne Krankenversicherung

Mehr als 120.000 Menschen sind hierzulande nicht krankenversichert. Versorgt werden sie von karitativen Stellen. Aus Angst um den Job kommen auch Versicherte.
 

Die allgemeine Ambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Wien ist voll. Etwa 30 Menschen sitzen mit gesenktem Blick im Aufnahmesaal und warten, bis sie aufgerufen werden. Heute seien wenige da, sagt Ignaz Hochholzer, der Internist, der die allgemeine Ambulanz leitet. Manchmal würde sich eine Schlange bis weit auf den Gang hinaus bilden. Die Menschen kommen, weil sie wissen, dass hier nicht nach der E-Card gefragt wird.

Pages